Chinesische Motorräder: Preiswerte Alternative mit Zukunft?

Das Wichtigste in Kürze

-
Chinesische Motorräder sind oft günstiger als europäische oder japanische Modelle, da sie in China produziert werden und die Produktionskosten dort in der Regel geringer sind.
-
Die Qualität der sogenannten Chinabikes hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, doch es gibt Unterschiede: Während Marken wie Voge, CFMoto oder Benelli auf hochwertige Komponenten setzen, haben günstigere Modelle teils Schwächen bei Verarbeitung und Fahrwerk.
-
Einsteiger und preisbewusste Fahrer können profitieren, sollten sich aber vorher über Händlernetz, Ersatzteilverfügbarkeit und mögliche Abstriche in der Langzeitqualität informieren.
Warum chinesische Motorräder immer beliebter werden
Interessieren Sie sich für chinesische Motorräder? Dann werden Sie schnell merken: Der Motorradmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Lange galten chinesische Motorradmarken als qualitativ minderwertig. Heute lassen auch immer mehr europäische Marken wie Brixton, Mash oder Mondial ihre Fabrikate in China fertigen – aus gutem Grund.
Die niedrigeren Produktionskosten machen sich direkt beim Preis bemerkbar. Motorradhersteller wie Loncin oder Zhongneng bieten attraktive Alternativen zu japanischen und europäischen Modellen. Chinesische Motorräder sind oft 1.000 bis 1.500 Euro günstiger als vergleichbare Modelle aus Europa oder Japan. Das macht sie besonders für Einsteiger und preisbewusste Biker attraktiv.
In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen die wichtigsten Preisvorteile chinesischer Motorräder, nehmen die technischen Details der Mash X-Ride 650 und ausgewählter Voge-Modelle unter die Lupe und analysieren, wie sich Qualität und Marktstrategien dieser Marken entwickeln.
Preisvorteile: Chinesische Motorräder im Vergleich
Chinesische Motorradhersteller wie Voge, CFMoto, die vormals italienische Marke Benelli oder QJ Motor bieten ihre Motorradmodelle oft deutlich günstiger an als europäische oder japanische Konkurrenten. Das liegt vor allem an den niedrigeren Produktionskosten in China, wo Löhne und Fertigungskosten deutlich geringer ausfallen.
Ein Beispiel dafür ist die Mash X-Ride 650, die für knapp 6.000 Euro erhältlich ist – ein Preis, der bei vergleichbaren Maschinen etablierter Marken oft deutlich höher liegt. Der Preis ist einer der größten Vorteile chinesischer Motorräder. Während Modelle von BMW, Yamaha oder Honda in vergleichbaren Hubraumklassen schnell 10.000 Euro oder mehr kosten, bieten chinesische Hersteller Alternativen mit ähnlicher Ausstattung für deutlich weniger. Dies zeigt sich beispielsweise an der Voge 500DS, einer Reiseenduro mit Reihenzweizylinder und Wasserkühlung, die für unter 7.000 Euro erhältlich ist.
Preisvorteile durch günstigere Produktion und Vertriebsstrategie
Diese Preisvorteile ergeben sich nicht nur aus den niedrigeren Produktionskosten, sondern auch aus einer direkten Vertriebsstrategie. Viele chinesische Motorradhersteller umgehen Zwischenhändler oder große Importeure, wodurch der Endpreis niedriger gehalten werden kann.
Auch die Ersatzteilversorgung kann preislich attraktiv sein, da viele Hersteller auf standardisierte Bauteile setzen, die in mehreren Modellen verbaut werden. Dies erleichtert die Wartung und kann die Verfügbarkeit von Ersatzteilen verbessern. Langfristig ist das ein Vorteil für preisbewusste Motorradfahrer, die ihre Maschine selbst instand halten oder günstige Reparaturen erwarten.
Während europäische oder japanische Hersteller über ein dichtes Händler- und Servicenetz verfügen, kann es bei chinesischen Motorrädern jedoch gelegentlich zu längeren Wartezeiten auf Ersatzteile kommen. Auch Werkstätten haben nicht immer Erfahrung mit diesen Modellen, was die Wartung erschweren kann. Käufer sollten sich daher vorab informieren, wie gut das gewünschte Modell in ihrer Region betreut wird.
Technische Ausstattung: Was bieten chinesische Motorräder?
Viele chinesische Motorradmodelle setzen auf bewährte Motoren bekannter Motorenhersteller. Die Mash X-Ride 650 nutzt einen Einzylindermotor mit Halbliter-Hubraum, basierend auf der Honda Dominator. Die Voge 500DS hat einen Reihenzweizylinder mit Wasserkühlung – solide, aber technisch nicht mehr topmodern.
Interessant ist, dass auch BMW einen Teil ihrer Motoren der F-Seite von chinesischen Herstellern bauen lässt. Der Voge 300 Rally-Motor kommt fast identisch bei der kleinen Kawasaki-Enduro zum Einsatz.
In Sachen Ausstattung bieten viele chinesische Motorradmodelle moderne Technik wie:
-
TFT-Displays mit Bordcomputer,
-
LED-Lichttechnik,
-
USB-Anschlüsse,
-
ABS und Traktionskontrolle.
Gerade bei Reiseenduros wie der QJ Motor SRT 700X spielen auch Zubehör-Optionen eine große Rolle: Kofferträgersystem, Gepäcksystem, Alukoffer, Windschutz und Zusatzscheinwerfer sind für viele Langstreckenfahrer ein Muss.
Chinesische Motorräder: Interessant für Einsteiger und Preisbewusste
Die chinesischen Motorradhersteller zielen vor allem auf Einsteiger und preisbewusste Fahrer ab. Besonders Macbor, QJ Motor, Keeway und Lifan positionieren sich mit leichten Motorrollern, Krafträdern und Elektrofahrzeugen für Stadtfahrer und Pendler. Auch im Segment der Elektromotorräder wird verstärkt investiert, insbesondere durch Unternehmen wie NIU und Geely. Diese setzen auf emissionsfreie Antriebe und verknüpfen moderne Technologien mit einem günstigen Preisniveau.
Einsteiger können vor allem von der einfachen Handhabung vieler Modelle profitieren. Leichte Bauweisen, überschaubare Motorleistungen und eine solide Verarbeitung machen chinesische Motorräder besonders attraktiv für Fahranfänger. Gleichzeitig setzen die Hersteller darauf, bestehende Modelle kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Anforderungen eines breiteren Publikums gerecht zu werden.
Chinesische Elektromotorräder und Roller auf dem Vormarsch
Neben klassischen Verbrennungsmotoren setzen chinesische Motorradmarken verstärkt auf Elektrofahrzeuge. Marken wie NIU, Geely und Lifan bringen immer mehr Elektromotorräder auf den Markt. Auch Elektroroller und Motorroller von Shineray, Qianjiang oder Jialing gewinnen an Bedeutung, da sie besonders für den Stadtbetrieb und Kurzstrecken-Pendler interessant sind.
Chinesische Motorradhersteller investieren stark in die Entwicklung moderner Elektromotorräder, um sich auf zukünftige Umweltvorschriften einzustellen. Während europäische Hersteller wie BMW oder Zero Motorcycles Premium-Elektromotorräder anbieten, setzen chinesische Unternehmen auf günstige Alternativen für den Massenmarkt.
Zukunftsperspektiven: Wie entwickeln sich chinesische Motorräder?
Mit der Euro-5-Norm mussten viele Hersteller ihre Verbrennungsmotoren überarbeiten. CFMoto, SWM und Zhongneng setzen verstärkt auf Wasserkühlung, Einspritzsysteme und drehmomentstarke Zweizylinder. Die neuesten Motorradmodelle wurden bereits auf der EICMA vorgestellt und zeigen, dass China nicht nur in der Mittelklasse, sondern bald auch bei den Topmodellen der Reiseenduros mitmischen will.
Chinesische Motorradhersteller wie Voge, QJ Motor und Kove haben ehrgeizige Pläne und bauen ihre Produktionspartner und Entwicklungszentren weiter aus. Der Hauptsitz vieler Unternehmen ist bereits ein wichtiger Drehpunkt für den internationalen Markt.
Subjektiver Vergleich zwischen einer Voge 300 Rally und einer Honda CRF300 Rally
Die Modelle Voge 300 Rally und Honda CRF300 bedienen exakt das gleiche Segment: Günstige, leichte und alltagstaugliche Einsteiger-Enduros mit knapp 30 PS Leistung. Die Voge kostet dabei allerdings nur etwas mehr als die Hälfte des Honda-Modells.
Doch wie sehen die Unterschiede im Alltag aus?
Die Honda wirkt etwas wertiger und stabiler, aber das mag auch nur der Eindruck der etwas breiteren Bauweise sein. Robust sind beide Motorräder gleichermaßen. Die Honda hat eine für deutsche Landstraßen bessere Übersetzung. Mit der CRF kann man ohne Probleme längere Zeit mit 100km/h fahren, während die Voge bei dieser Geschwindigkeit schon eine ordentliche Lautstärke bei rund 7.000 Upm entwickelt. Bei der Tankgröße gewinnt auch die Honda mit deutlichem Abstand zur Voge. Dafür ist die Zuladung der Honda eher bescheiden. Dementsprechend schwach ist auch die werksseitig montierte Federung ausgelegt.
Wer vor allem den Kaufpreis berücksichtigt, kann sehr wahrscheinlich auch mit der kleinen Voge Spaß haben – auch im leichten Gelände. Die Voge ist deshalb sehr beliebt bei Einsteigern und denen, die neben ihrem Straßen-Bike zusätzlich noch eine Spaß-Enduro besitzen möchten.
Wann lohnt sich ein chinesisches Motorrad?
Ein chinesisches Motorrad kann eine gute Wahl sein, wenn der Preis eine entscheidende Rolle spielt und kleinere Abstriche bei Verarbeitung oder Service akzeptabel sind. Motorradfahrer, die ein solides Bike mit guter Ausstattung suchen, finden in Voge, CFMoto, Benelli und anderen Markennamen interessante Alternativen.
Modelle wie die Voge 500DS oder Mash X-Ride 650 bieten bewährte Technik zu einem Bruchteil des Preises etablierter Hersteller. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf über das Händlernetz, die Ersatzteilversorgung und eventuelle Vorurteile zu bestimmten Motorradmodellen informieren.
Die Qualität chinesischer Motorräder hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, doch sie ist nicht durchgehend auf dem Niveau etablierter Marken aus Japan oder Europa. Viele Modelle setzen auf bewährte Motorenkonzepte, oft in Lizenz oder angelehnt an ältere Honda- oder Yamaha-Motoren. Die Verarbeitung variiert jedoch stark: Während Marken wie Voge oder CFMoto hochwertige Markenkomponenten (z. B. Bremsen von Nissin oder Fahrwerke von KYB) verbauen, gibt es bei günstigeren Modellen oft Schwächen bei der Lackierung, der Federung oder der Langzeitqualität.
Ein weiteres Kriterium ist der Service. Während große Hersteller über ein dichtes Händler- und Ersatzteilnetz verfügen, kann es bei chinesischen Marken zu längeren Wartezeiten auf Ersatzteile kommen. Auch nicht jede Werkstatt ist mit diesen Modellen vertraut. Dennoch bieten chinesische Motorräder ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders für Fahrer, die bereit sind, kleinere Abstriche bei der Verarbeitungsqualität in Kauf zu nehmen.
Deshalb gilt: Wer sich für ein chinesisches Motorrad entscheidet, sollte darauf achten, sich über spezifische Modellreihen und deren Kundenbewertungen zu informieren, um die beste Wahl zu treffen.
Häufige Fragen zu chinesischen Motorrädern
Sind chinesische Motorräder qualitativ mit europäischen oder japanischen Modellen vergleichbar?
Chinesische Motorräder haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Während es bei günstigeren Modellen teils Abstriche bei Verarbeitung und Details gibt, bieten etablierte Hersteller wie Voge oder Mash solide Technik – oft basierend auf bewährten japanischen oder europäischen Motoren.
Warum sind Motorräder aus China günstiger als europäische Modelle?
Die Produktion in China spart Kosten für Löhne, Materialien und Fertigung, was sich direkt auf den Endpreis auswirkt. Viele Modelle sind daher 1.000 bis 1.500 Euro günstiger als vergleichbare Maschinen aus Europa oder Japan.
Wer steckt hinter Marken wie Voge oder Mash?
Voge ist eine Eigenmarke des chinesischen Herstellers Loncin, der unter anderem Motoren für BMW fertigt. Mash ist eine französische Marke, deren Motorräder in China produziert werden, aber auf europäische Retro-Designs setzen.
Für wen eignen sich chinesische Motorräder besonders?
Diese Bikes sind ideal für Einsteiger, Wiedereinsteiger oder preisbewusste Fahrer, die ein solides Motorrad mit guter Ausstattung suchen, aber nicht den Preis einer japanischen oder europäischen Maschine zahlen wollen.
Gibt es Nachteile bei chinesischen Motorrädern?
Einige Modelle weisen kleinere Mängel bei Verarbeitung und Langzeitqualität auf, insbesondere bei Lackierung und Federung. Zudem ist das Händler- und Servicenetz oft nicht so dicht wie bei etablierten Herstellern, was Wartung und Ersatzteilversorgung erschweren kann.
Nilay Simsek, 06.03.2025

Günstige Motorradversicherung
Beliebtester Kfz-Direktversicherer mit Bestnote2
24/7 Schaden- und Kundenservice
100 Mio. Euro Pauschaldeckung
Noch bis 7. April dauerhaft sparen: 20 % Rabatt mit Code1 Motorrad20
Neueste Ratgeber
Unsere Services
-
1 Teilnahmebedingungen für den Rabatt
Wenn Sie im Aktionszeitraum eine Kfz-Versicherung für ein Motorrad, Leichtkraftrad oder Leichtkraftroller online bei DA Direkt abschließen, erhalten Sie mit dem gegenständlichen Aktionscode für die gesamte Vertragslaufzeit einen Rabatt in Höhe von 20 % auf den Beitrag der von Ihnen gewählten Kfz-Versicherung. Eine Kombination mit anderen Aktionen von DA Direkt oder Partnern von DA Direkt ist ausgeschlossen.
-
2 Magazin €uro: Beliebtester Kfz-DirektversichererGemeinsam mit €uro analysierte das Sozialwissenschaftliche Institut (SWI) 35 Kfz-Versicherer. DA Direkt wurde als "Beliebtester Kfz-Direktversicherer" ausgezeichnet und erhielt für ihre Autoversicherung als einziges Unternehmen in dieser Kategorie die Höchstpunktzahl mit 100 von 100 Punkten. Quelle: €uro Ausgabe 09/2024 und www.swi-schad.de/beliebteste-kfz-versicherungen.